Rosim-Tal mal anders…

Winter im Sommer

  • Tour

    Eigentlich als Sommer-Tour geplant, geht es von Sulden (ab Talstation Bergbahn) bergauf durch das Rosim-Tal Richtung Rosim-Gletscher Richtung Vertain-Spitze (3545m)

  • Dauer

    Die Tour, die wir geplant hatten, sollte lediglich bis zum Hängegletscher des Rosim-Ferners gehen. Aus dem Tal bis dahin dauert es ungefähr 4 – 5 Stunden.

Anmerkung:
Wir hatten den Wetterbericht und die Meteo-Daten genau im Auge behalten. Uns war also klar, dass ungemütliches Wetter bevorsteht und deshalb hatten wir den Gipfel auch nicht im Visier. Ebenso haben wir eine entsprechende Ausrüstung eingepackt.

In der Nacht war die Schneefallgrenze (Es war Hochsommer!) auf ca. 1500m gesunken. Als wir Morgens aufstanden, waren die Berge rundherum alle leicht „angezuckert“. Da die Meteo-Daten aber eine Stabilisierung und Auflockerung versprachen, starteten wir unser Vorhaben.

Tatsächlich, als wir in Sulden ankamen, da lockerten die Wolken auf und zeitweise schien sogar die Sonne. Wir machten uns auf den Weg. Leider schlug das Wetter wieder um und es zog sich zu. Da wir entsprechende Kleidung und Ausrüstung dabei hatten, setzten wir die Tour fort. Leichter Schneegriesel setzte ein. Da aber keine Anzeichen für Gewitter oder ähnliche Unwägbarkeiten bestanden, gingen wir auch weiter Richtung Rosim-Gletscher.


Hier kannst Du die GPX-Datei zur Tour herunterladen. Klick einfach auf das Icon links. Es ist eine gepackte Datei (Zip-Format).


Eine Schnee- und Eistour im Hochsommer

Im Wechselspiel zwischen Schneegrieseln, dichten Wolken und Sonnenschein-Momenten ist Bergsteigen echt ein visuelles Erlebnis. Einen Moment schneit es wie verrückt und im anderen Moment kommt die Sonne hervor und der Schnee leuchtet in strahlendem Weiß.

Ein Sonnen-/Schnee-Panorama und diese Eindrücke sollten einen aber nicht in einer solchen Situation dazu verleiten, leichtsinnig zu werden. Man muss genau das Wetter und den Routenzustand im Auge behalten.

Während Petra und Kathy die Eindrücke genossen, beobachtete ich bereits kritisch die Meteo-Daten (Meteo-Blue, eine Schweizer Wetter-App, die sehr genau, detailliert  und optimal für Bergsteiger ist)

In der wechselnden Wetterküche setzten wir unseren Weg weiter fort.


Licht und Wolken gaukeln…

Das Spiel aus Licht und Wolken, sowie die zwischendurch erscheinende Sonne gaukelten besser werdendes Wetter vor. Das hätte auch zum Südtiroler Wetterbericht gepasst. Allerdings sagte das Navi und die Meteo-Daten etwas anderes. Da das Gelände bis dahin aber eher unkritisch ist und kein absturzgefährdetes Gelände vorlag (da müsste man schon sehr ungeschickt sein), setzten wir auch hier unsere Bergtour fort.

Von hier aus war es nicht mehr weit bis in´s obere Rosim-Tal und zum Hängegletscher.

Das Wetter wird instabiler und zwischendurch werden die einzelnen Schneeschauer schon merklich kräftiger und die Temperatur geht weiter hinunter. Kurze Zeit nach diesem Foto fällten wir unsere Vernunft-Entscheidung. Abbruch der Tour und Abstieg in´s Tal.

Wenn man eine Tour abbricht, ist es immer schade und meist ist man nicht so guter Stimmung. Wir waren uns aber einig, dass ein Weitergehen ein zu großes Risiko ist. Trotzdem hatten wir unseren Spaß auf dem Rückweg. Wir hatten nun ja genug Zeit und das nutzte Kathy für Selfies, Familienfotos und es war sogar eine kleine Schneeball-Schlacht drin.

Vor der Entscheidung, die Tour abzubrechen war ich alleine noch etwas weiter aufgestiegen, um zu schauen, was uns oberhalb unseres Standortes noch erwarten würde.


Nicht nur auf den Wetterbericht hören

Wir haben uns nicht auf den Wetterbericht aus Südtirol verlassen, sondern unserem Bauchgefühl, der Erfahrung und insbesondere der Meteo-App vertraut. Diese Mischung war genau das Richtige. Als wir bereits im Abstieg waren, verschlechterte sich das Wetter mehr und mehr. Während wir abstiegen, sank mit uns auch die Schneefallgrenze weiter. Es wurde viel kälter und dann schneite es immer öfter stark.


Es schneit…richtig…

Da, wo im Aufstieg noch der Weg schneefrei war, lag nun eine fast geschlossene Schneedecke.

Als wir die Baumgrenze wieder erreichten, konnten wir sehen, was passiert war. Schon eindrucksvoll! Im Tal ist noch Sommer und markant, genau an der Baumgrenze begann der Winter. Krasse Eindrücke.

Mit Besonnenheit, einer guten Ausrüstung und warmer, der Witterung angepasster Kleidung, macht so eine Tour richtig Spaß. Man sollte aber wie wir darauf achten, dass auch die Tour passt. Im übrigen waren wir an dem Tag bis auf zwei weitere Bergsteiger komplett da oben allein. Herrlich!

Mathias Hense