Kombinierte Überraschungstour

Grawand (graue Wand)

  • Tour

    Auf die Grawand kommt man auf vielerlei Wegen. Von knallharter Mehrseillängen-Route direkt durch die Graue Wand bis in zu der Bergtour von Kurzras auf die Grawand. Ebenfalls kann man über das Finail-Joch gehen. Hier wird jeder seinen Weg finden, den er kann und mag :-)

  • Dauer

    Wir haben die Tour nun schon mehrfach gemacht und können nur empfehlen, einen ganzen Tag zu planen.

Witterung und Jahreszeit entscheidend

Man kann die Tour als überschaubare Sommertour ohne Eis und Schnee erleben, so dass sie einer Bergwanderung entspricht. Man kann sie aber auch als knackige Hochtour wahrnehmen, wenn man früh oder spät im Jahr plant.

Bei unserer Tour im Jahre 2016, aus der auch die Bilder stammen, erlebten wir die Tour von Ihrer harten Seite. Wir waren an dem Tag fast die Einzigen in dem Gebiet, da es Morgens komplett bewölkt, stürmisch und kalt war. Nachts hatte es oberhalb von 2800m auch geschneit. Nach langem hin und her haben wir uns trotzdem entschieden, die Tour anzugehen. Es war eine gute Entscheidung! Am frühen Vormittag rissen die Wolken auf, der Sturm ließ nach und die Temperaturen bewegten sich langsam wieder in einen erträglichen Bereich.


Klassische Hochgebirgstour

Die Croda delle Cornacchie, wie die Grawand auf Italienisch heisst, ist mit Ihren 3251m Höhe ein veritabler Berg. Viele Leute nutzen die nahegelegene Bergbahn um zu Europas höchstgelegenem Hotel zu kommen.

Die gesamte Tour hat schon eine gewisse Länge, bei der man seine Ausrüstung komplett dabei haben sollte. So wie manche nur mit der Bergbahn zum Hotel hochfahren, so gibt es viele, die von Kurzras aus über den Gebirgsweg nur bis zur Bellavista-Hütte aufsteigen. Es sind eher weniger Bergverrückte, die wie wir die komplette Tour machen. Es empfiehlt sich aber, da man auf der kompletten Tour sämtliche Spielarten des Gebirges erleben kann. Vom lichten Zirbenwald über Stock und Stein, über felsige Passagen bis auf Firn und Gletscher.

Die Aussicht ist an den meisten Stellen unglaublich schön. Hier geht der Blick Richtung Schnalstal zurück.


Schnee und Eis einkalkulieren

Wir haben uns angewöhnt, auch wenn man manchmal die Klamotten umsonst schleppt, immer auf Touren über 2800m eine Hochtouren-Grundausstattung in den Rucksack zu packen. Das wären Seil, Steigeisen, Eispickel, Karabiner und natürlich die Klettergurte. Eine entsprechende Kleidung ist bei uns im Gebirge grundsätzlich obligatorisch.

Als wir 2016 dort waren, gab es einige vereiste und verschneite Rinnen und Steige, die teilweise extrem glatt waren, da es an den Vortagen geregnet, dann geschneit und gefroren hatte. So mussten wir dann tatsächlich einige Bereiche gesichert gehen und queren.

Es ist immer gut, wenn man für solche Situationen entsprechende Ausrüstung dabei hat und nicht so sichere Mitgeher an´s Seil nehmen kann. Das ist nicht nur eine physikalische Sicherheit, sondern gibt den Personen auch ein mentales Sicherheitsgefühl. Petra und Kathy fühlten sich, glaube ich, bei mir ganz gut aufgehoben.


Wetter und Wetterumschwünge im Gebirge nicht unterschätzen

Auch wenn im Tal die Sonne scheint und Temperaturen um 25°C. die Leute verwöhnen, so kann es in Höhen um 3000m gerade bei aufkommendem Wind sehr schnell auch sehr kalt werden. Wenn dann noch die Sonne zwischenzeitlich verschwindet, herrschen schnell Temperaturen im Bereich von unter -10°Celsius. Das erlebten wir auf der Tour am Hintereis-Ferner. Siehe vorheriges Bild. Es war echt plötzlich bitterkalt. Wir waren froh, entsprechende Kleidung eingepackt zu haben.


Egal, in welche Richtung man am Gipfel schaut, die Aussicht ist bilderbuchmäßig!

Nun gehörte die Grawand-Tour viele Jahre zu unserem Standard-Programm, wenn wir in Südtirol waren. Seit 2019 aber nicht mehr. Durch den Klimawandel sind dort viele Eis- und Firnfelder verschwunden. Dazu kommt gerade dort am Hochjochferner und der Umgebung der exessive Wintersport-Wahn mit Kunstbeschneiung, Pistenwalzen und Liften dazu. Alles zusammen ergibt das dann im Sommer eine zermürbte trostlose Steinwüste.

Mathias Hense